Chronologie des Hohenpeissenberger Bergbaus
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Wappenbeschreibung, Heraldik | |
| Bergbaugeschichte Hohenpeissenberg Ausdruck als PDF-Datei | ||
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Als der Bauernbub Christoph Lenker um 1580 die Kohlenvorräte des Hohen Peissenberges entdeckte, war er sich der Tragweite dieses Fundes wohl kaum bewusst. In den nächsten Jahrhunderten sollte die Pechkohle (Glanzbraunkohle) die Geschicke der Bevölkerung rund um den Hohen Peissenberg massgeblich beeinflussen. |
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| Flossbetrieb auf dem Lech vor den Toren Schongaus. | ||
| Um 1580 |
Christoph Lenker, der Sohn des Stoffelhofbauern, entdeckt zu Tage tretende Kohleflöze am Hohen Peissenberg.
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| 1594 | Der Augsburger Geschäftsmann Hans Maier erhält von Herzog Wilhelm V. die Erlaubnis„in unserem Land vor und in den Gepürgen auf Stainkoln zu pauen“. Nach einem Waldbrand, der durch die Peitinger Kalköfen ausgebrochen war, wurde Maier das Privileg auf Kohleabbau, Anfang des 17. Jahrhunderts wieder entzogen. | |
| 1607 | Christoph Lenker, der die Kohlenflöze am Hohen Peissenberg entdeckte, übernimmt den Bergbau am Hohen Peissenberg. Dieses Unternehmen ging wahrscheinlich in den Wirren des 30 jährigen Krieges wieder unter. |
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| ca. 1793-1795 | Der Tobiasstollen wird angeschlagen. Betreiber ist die "Oberländische Steinkohlen-Gewerkschaft". Die Förderung betrug im Jahre 1799 genau 7239 Zentner. Die geförderte Kohle wurde auf dem Lech, ab Schongau, auf Flössen nach Augsburg transportiert und dort verkauft. Die Napoleonischen Kriege brachten den Verkauf ins Stocken und die Gesellschaft musste den Betrieb wieder einstellen. 1807 betrieb ein J. S. Grouner, als Privatperson, noch Bergbau am Tobiasstollen. Wie lange er den Betrieb aufrecht erhalten konnte ist nicht überliefert. Ca. 1850 wurde der Tobiasstollen wieder aufgelassen. |
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| 1837 | Am 8. 5. wurde durch den königlichen Steiger Heinrich Bauer auf den Brandachfeld in Hohenpeissenberg der Hauptstollen angeschlagen. Dies war der Beginn des staatlichen Bergbaus am Hohen Peissenberg. | |
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| Das Stollenmundloch des Hauptstollens in Hohenpeissenberg. | ||
| 1840 | Beginn der planmäßigen Kohlenförderung am Hauptstollen. Im Bild die Übertageanlagen des Hauptstollens. Im Jahre 1844 bestand die Belegschaft bereits aus einem Steiger, 27 Bergleuten, 5 Scheidern und Zimmerleuten. |
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| Tagesanlagen am Hauptstollen um 1900. Links vorne, das Steigerhaus. | ||
| 1847 | Der „Unterbaustollen“ wird angeschlagen. Bis 1971 diente der Unterbaustollen als Wasserreserve für die Gemeinde Hohenpeissenberg. | |
| 1847 | Im August wird der „Oststollen“ als Ersatz-Stollen zum Hauptstollen, dessen Kohlevorräte auf den bauwürdigen Flözen 8, 10/11, 14, 16 und 17 zu Ende gingen, angeschlagen. |
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| 1857 | Der Wasserstollen wird auf eine Länge von 162m aufgefahren. Dieser Stollen hatte mit den übrigen Grubenbauen keine Verbindung. Seine reine Funktion für wassertechnische Aufgaben gab ihm seinen Namen. |
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| 1857 | Der Hermannstollen wird am Nord-Ost-Hang des Hohen Peissenbergs angeschlagen. Im Rappoldskreuter Graben gelegen, war er der erste kohlefördernde Stollen Peissenbergs, d. h. er brachte als erster wirklich Kohle in das damalige Dorf „Unterpeissenberg“. Für den Abtransport der Kohle wurde eine 1 km lange Kohlenabfuhrstrasse bis „Bad Sulz“ angelegt. Die erste Fuhre Kohle aus dem Hermannstollen brachte der Bauer Johann Häringer aus Windkreut, auf geschmückten Wagen, nach Starnberg. Den Rohstoff für die unterhalb gelegene Zementbrennerei, lieferte das Flöz 9 mit einem 1m mächtigen bituminösem Kalkstein. Der 85m lange Stollen wird bereits vor 1900 wieder aufgelassen. |
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| 1868 | Der Mittelstollen wird angeschlagen und 1874 im Gegenortbetrieb zum Tiefstollen durchschlägig. | |
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| Hoher Peissenberg. Bauriss Flöz 10/11. | ||
| 1889 | Am Unterbau werden zwei Schächte abgeteuft. Ein Schacht für die Förderung, der andere zur Wasserhaltung und als Wetterschacht. Gesamtkosten für das Projekt 1 463 950 RM. |
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| 1895 | Die Unterbauschächte erreichen die 2. Tiefbausohle 280 m unter Gelände. | |
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| Unterbauschachtanlage Hohenpeissenberg. | ||
| 1898 | Mit einer 3,6km langen Drahtseilbahn wird die am Unterbauschacht geförderte Kohle zum Tiefstollen nach Peissenberg transportiert. | |
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| Drahtseilbahn. Blick nach Peissenberg (Hauptschacht). | ||
| 1928 | Die Förderung am Unterbau wird eingestellt. | |
| 1937 | Beginn der Abteufarbeiten des Hohenpeissenberger Wetterschachtes. | |
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| Wetterschacht, Hohenpeissenberg am heutigen Bahnhof. | ||
| 1946 | Die Unterbauschächte werden verfüllt. | |
| 1954 | Von 1954 bis 1961 wird auf der 1000m Sohle eine Verbindung zwischen Peissenberg und Hohenpeissenberg geschaffen. Im Gegenortbetrieb treffen die Strecken die den Zieglmeierschacht und den Wetterschacht Hohenpeissenberg verbinden sollen mit einer Genauigkeit von 8cm, auf 7000m Entfernung, zusammen. Eine Einmalige und äußerst anspruchsvolle bergtechnisch und markscheiderische Leistung in der Bergbaugeschichte. |
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| Durchschlag der untertägigen Verbindung Peissenberg - Hohenpeissenberg. | ||
| 1955 | Die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen wird am 21.10. in Hohenpeissenberg eingeweiht. | |
| 1960 | Am 15.12. erreicht der Wetterschacht die 8. Sohle. | |
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| Wetterschachtanlage Hohenpeissenberg. | ||
| 1970 | Am 31.3. wird der Bergbaubetrieb in Hohenpeissenberg eingestellt. | |
| Was ist vom Bergbau geblieben ? | ||
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Die ehemaligen Bergwerksgebäude der Wetterschachtanlage am Bahnhof sind noch weitgehend erhalten. Verschiedene Firmen haben sich auf dem Gelände angesiedelt. | |
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Der Unterbaustollen mit renovierten Stollenmundloch. | |
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| Das Stollenmundloch des Unterbaustollen nach der Renovierung. | ||
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Am Unterbau befindet sich nach wie vor die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen. Die ehemaligen Beamtenhäuser wurden 2005 renoviert und dienen weiterhin als Wohnanlagen. | |
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| Die ehemaligen Beamtenhäuser am Unterbau, Hohenpeissenberg. | ||
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Zum Großteil auf Hohenpeissenberger Flur verläuft der „Stollenweg“ (geologischerLehrpfad). | |
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Das 1841 erbaute Steigerhaus am Hauptstollen steht unter Denkmalschutz und ist bis heute nahezu unverändert erhalten geblieben. | |
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Der Hauptstollen wurde von ehemaligen Bergleuten aufgewältigt und ist z.Zt. auf ca. 100m befahrbar. |
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Quellen:
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Peissenberger Heimatlexikon, von Max Biller Lehrpfad Bergbau-Geologie-Landschaft am Hohen Peissenberg, von Josef Heinlein, Ludwig Stippel. Peissenberger Jahreschronik „Der Bergbau im bayerischen Alpenvorland und sein Niederschlag auf die Heraldik von Ortswappen“ von Ludwig Stippel. Bergbaumuseum Peissenberg. Bearbeitung: Thomas Weinfurtner, Rudolf Hochenauer Dank an: Luwig Stippel, Konrad Fünfgelder, Franz Fischer und an die Leitung des Bergbaumuseums Peissenberg. |