Chronologie des Hundhamer Bergbaus

Bergbaugeschichte Hundham Ausdruck als PDF-Datei
Die Deisenrieder Stollenanlage diente lediglich zur Bewetterung des Ostflügels
der Haushamer und Auer Mulde. Über ein Abhauen wurde eine Verbindung
zur dritten Sohle der Haushamer Grube hergestellt.
1415 erwirbt das Kloster Scheyern das Zehentrecht über die vom Herzog Ernst Wilhelm betriebenen Erzgruben in der Hofmark Fischbachau.
1446

Herzog Albrecht III. der Fromme von Bayern-München verleiht mehreren Männern das Recht auf Eisenerzbergbau um Fischbachau von Elbach bis Hörhag (bei Landl) nebst Wege-, Wasser- und Holzrechten.Spuren ältesten Bergbaus sind am Bockstein, Seeberg, Arz-(Erz) Moos, Kesselalpe, Himmelmoos, Breitenstein, an der Taubenleite, in Trockenletten am Traiten und bei Birkenstein zu finden.

1849 der Leitzacher Erbstollen wird aufgefahren.
1850 im Gebiet Sulzgraben, Großthal, Biberg und Leitzach wird ein geregelter Pechkohlenabbaubetrieb aufgenommen.
1867 wird der Leitzach - Querschlag fertiggestellt und verbindet den Nord- mit dem Südflügel der Haushamer Mulde.
Die Belegschaft von Leitzach 1910
1910 In Drachental wird ein elektrtrischer Ventilator mit 1,75 m Durchmesser und einer Luftleistung von 1800 m3/h in Betrieb genommen. Über den 80 m tiefen Schacht Drachental wird der Ostflügel der Haushamer- und Auermulde bewettert.
Belegschaft des Schacht Drachental, im Hintergrund die Schachtanlage.
1928

Der Ventilator Leitzach wird in Betrieb genommen. Für die Energieversorgung des Ventilators baut das Bergwerk Hausham in unmittelbarer Nähe ein Wasserkraftwerk an der Leitzach, das sogenannte Maschinenhaus.
Die Bewetterung des Ostflügels der Haushamer- und Auermulde erfolgt über den Leitzacher Erbstollen.

1933 Zwischen Funk am Bach und dem Anwesen Hecker wird der Hundhamer Schacht zur Bewetterung der Grube Hausham abgeteuft.
1936 Die Abteufarbeiten am Hundhamer Schacht müssen, bei ca. 130 m Teufe, wegen enormen Grundwasserzulauf wieder eingestellt werden.
1953 im Oktober werden die Arbeiten zum Durchbruch in den Deisenrieder Wetterstollen wieder aufgenommen. Im Gegenortbetrieb wird ein Durchbruch von der 3. Sohle der Haushamer Grube nach Deisenried geschaffen.
Das Hauptmundloch des Deisenrieder Stollen während der Bauzeit mit einer Schichtbesatzung.
1956 Ende Juni erfolgt der Durchschlag des Stollens Deisenried zur 3. Sohle der Haushamer Grube.
1957 Inbetriebnahme des Deisenrieder Ventilators.
1966 Nach untertägigen Demontagearbeiten am Förderseil des Schöllerschachtes konnte die letzte Schicht der Haushamer Grube, am 24.10., nur noch durch den Deisenrieder Stollen ausfahren.

Direktor Böhm und Obersteiger Bichlbauer empfangen die Mannschaft der letzten Grubenfahrt.

1977 Ende der Verfüllarbeiten am Deisenrieder Stollen.
Was ist vom Bergbau geblieben?
Der Deisenrieder Stollen wird seit dem 5.5. 2007 aufgewältigt und soll nach den abgeschlossenen Arbeiten Besuchern zugänglich gemacht werden.

Aufwältigungsarbeiten am Deisenrieder Stollen.

Die Reste des Hundhamer Schachtes sind heute noch zu sehen.
Fundamente des Hundhamer Schachtes.
Außenansicht vom Hauptstollen nach der Verlegung der Kreisstr. MB 22
Mundloch des Haupstollens.
Eingang zum Montagestollen nach der Aufwältigung.
ca. 450m³ Verfüllmaterial mußten zur Aufwältigung aus dem Stollen geräumt werden.
Der Maschinenraum nach der Freilegung mit dem Fundament für den Schiffdieselmotor, über den von 1955 bis 1957 der Strom für die Deisenrieder Betriebsanlage erzeugt wurde.          
Maschinenraum mit Fundament für den Schiffsdieselmotor.
Quellen:
-
Chronik Hausham Ortsgeschichte, Bergwerksgeschichte, Franz Veicht.
- Brunnhuber Chronik
Bilder:
Sammlung Martin Schmid.
Bearbeitung:
Martin Schmid, Bernhard Liedschreiber, Thomas Weinfurtner.