Waakirchner Wappen

Heraldiker: Emil Werz, München

Wappenverleihung: 1956

Wappenbeschreibung:

"Unter einem silbernem Schildhaupt, darin zwei mit dem Stengel gekreuzte, grüne Seerosenblätter , in blau gekreuzt ein goldener Morgenstern und ein goldener Bergwerkshammer".

Wappenerläuterung:

"Im Schildhaupt des Gemeindewappens stehen die zwei verschlungenen Seerosenblätter aus dem Wappen des ehemaligen Benediktinerklosters Tegernsee. Der klösterliche Besitz in Waakirchen ist schon im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt; sein grosser Umfang geht auf den ältesten Urbar des Benediktinerstiftes aus der Zeit zwischen 1017 bis 1250 deutlich hervor. Er erhält sich bis zur allgemeinen Klosteraufhebung
im Jahr 1803. So gehören nach dem Steuerbuch aus dem Jahre 1671
von den 36 damaligen Anwesen in der Ortsflur nicht weniger als 34 mit Leibrecht oder Freistift zum Kloster Tegernsee. Der seit 1080 in den Urkunden erscheinende Ortsadel gehörte zur ausgedehnten Ministerialität von Tegersee. Durch die Übernahme des ältesten Wappenbildes der berühmten Abtei wird im Gemeindewappen auf die Ortsgeschichte hingewiesen.

Der Morgenstern als Figur des Gemeindwappens deutet auf das bemerkenswerteste Ereignis in der Ortsgeschichte, die Beteiligung der Bevölkerung von Waakirchen am Aufstand der oberländischen Bauern 1705, hin. Der Morgenstern war bekanntlich die vorherrschende Bewaffnung der Bauern in ihrem Kampf gegen die österreichische Besatzungsmacht. Während der Morgenstern zugleich auch auf das bäuerliche Element in der heutigen Gemeindebevölkerung hinweist, bedeutet der Bergmannshammer im Wappen das Symbol für den seit vielen jahrhunderten bestehenden Bergbau und den Anteil der Bergarbeiterschaft in der Ortsbevölkerung". (Für den Ortsteil Marienstein ; Anm. des Verfassers).

(Aus: „Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns Nr. 1481 / 1698 v. 15.05.1956).


Quelle: Peissenberger Jahres-Chronik 1982, " Der Bergbau im bayerischen Voralpenland und sein Niederschlag auf die Heraldik von Ortswappen (2. Teil), von Ludwig Stippel".