Miesbacher Wappen

Wappenverleihung: 1812

Wappenbeschreibung:

Im roten Felde eine Standarte, deren Tuch wellenförmig durch einen Schräglingsstrom von weiß und blau geteilt und mit goldner Borte eingefasst ist; von der Spitze fliegen blau-weiße Bänder ab, auch die Stange ist blau-weiß gebändert. Das Wappen befindet sich in einem ovalen Schilde mit Lorbeerzweig und Palmenwedel umrahmt.

Wappenerläuterung:

Die Verleihung des Wappens geht auf die Bewährung der Bürger im allgemeinen und in den napoleonischen Kriegen im besonderen zurück. Sie war bis 1807 eine freiwillige Einrichtung und Bestand ursprünglich als Gebirgsschützenformation, welche sich 1705, 1805 und 1809 im Einschreiten gegen Tirol auszeichnete. Das war für König Max Joseph I. im Jahre 1812 Veranlassung, dem Markt Miesbach eine eigenes Wappen zu verleihen.

Die Standarte weist wohl auf die Waldecker Vergangenheit hin (Freie Reichsgrafschaft Hohenwaldeck derer zu Waldeck und später derer zu Maxlrain und deren mutige Turnierritterschaft); die Farben weiß-blau auf die Wittelsbacher.  Der wellenförmige Schräglingsstrom wird  einerseits als Hinweis auf das Wappenschild deren von Maxlrain (das Stammwappen war ein dreimal wellenweise von Silber und Schwarz schräglings geteilter Schild) gedeutet, andererseits als Hinweis auf den Bach Miesbach  angesehen.

Der Lorbeerzweig steht  für Ruhm und der Palmwedel für Sieg.


Quelle:

Hupp, Otto, Die Wappen und Siegel der deutschen Städte, Flecken und Dörfer, 6. Heft: Oberbayern und Niederbayern, Frankfurt a. M. 1912, S. 54

Lipowsky, National Garde Jahrbuch für das Königreich Baiern, München 1814.