Chronologie des Peissenberger Bergbaus

Wappenbeschreibung, Heraldik
Bergbaugeschichte Peissenberg Ausdruck als PDF-Datei
Von 1837-1971 wurden im staatlichen Bergbau am Hohen Peissenberg,
in den Gruben Peiting, Hohenpeissenberg und Peissenberg
insgesamt 40 Mio. t verwertbare Pechkohle gefördert.
In den 134 Jahren verunglückten in den Gruben 262 Beschäftigte tödlich.
1852 Der „Sulzerstollen“ wird als erster Stollen auf Peissenberger Flur angeschlagen.
Man wird aber, wegen der damals noch unbekannten, „Sulzer Querstörung“ nicht fündig.

Die "Sulzer Querstörung", die in Nord-Südrichtung verläuft, teilt die Kohlevorkommen am
Hohen Peissenberg, in ein Westfeld (Richtung Peiting) und in ein Ostfeld (Richtung Oberhausen).
Die Kohleführende Schicht fällt hier plötzlich um ca. 900m ab.
1866 Am 1.2. wird die Bahnlinie „Tutzing nach Unterpeissenberg“ eröffnet.
1869 In „Unterpeissenberg“ wird am 7.1. der Tiefstollen angeschlagen. Es wird ein Kohlenvorrat von 1, 5 Mio. t erschlossen und der Schwerpunkt des Bergbaus verlagert sich auf die Ostseite des Hohen Peissenberges.
1875 Die Bahnlinie wird von der Haltestelle Peissenberg-Nord bis zur Station Sulz verlängert.
1875 Die Grubenverwaltung siedelt von Hohenpeissenberg nach Peissenberg um.
1907 Im Oktober wird die Kohlesortierung am Tiefstollen in Betrieb genommen.
1910 Wallfahrt der Peissenberger Knappen nach Altötting.
1912 Die Abteufarbeiten für den „Hauptschacht“ beginnen am 27.3..
1915 Beginn der Kohlenförderung am Hauptschacht.
1919 Am 13. u. 15.12. ereignen sich zwei schwere Kohlestaubexplosionen, auf der 4. Sohle, in ca. 300m Teufe. wodurch insgesamt 15 Bergleute tödlich verunglücken.

Zeitungsausschnitt vom 15.12.1919. Klicken sie hier.
1927 Die staatlichen Berg-, Hütten- und Salzwerke werden unter der Be-zeichnung „Bayerische Berg-, Hütten und Salzwerke AG“ in eine Akti-engesellschaft umgewandelt.
1945 Die amerikanische Besatzungsmacht stellt die Kohleförderung für drei Tage ein.
1953 Der Hauptschacht erreicht die 1000 m Sohle (8. Sohle).
1954 Der Hauptschacht in Peissenberg wird in Zieglmeierschacht umbenannt.
1961 Die Förderung im „Ostfeld“ läuft an.
1962 Das 40-MW Blockkraftwerk wird in Betrieb genommen.
1966 Übernahme des 40-MW Kraftwerkes Hausham.
1967 Der Blindschacht 8m0 erreicht die 10. Sohle (1200m).
1968 Die BHS (Bayerische Hütten- und Salzwerke) beschließt am 13.11. das Kohlebergwerk Peissenberg stillzulegen.

Anschlag zur Stillegung im Zechenssaal
1971 Am 31.3. wird die Kohleförderung eingestellt. In 134 Jahren staatlichen Bergbau wurden in Peissenberg, Hohenpeissenberg und Peiting ca. 40 Mio. t Pechkohle gefördert.

Zu den Gründen für die Schließung des Peissenberger Kohlenbergwerks seien genannt:

a) Das billige Erdöl verdrängte die schwer gewinnbare Kohle vom Markt.

b) Zur Aufrechterhaltung des Grubenbetriebes sollte bei Oberhausen ein Wetterschacht abgeteuft werden. Die Kosten von 10 Mio. DM konnten dafür nicht erbracht werden.

c) Pläne die Kohle zu vergasen u. das gewonnene Gas nach München zu verkaufen konnten nicht mehr realisiert werden.

Die Schachtanlagen des Peissenberger Bergwerkes zählten, zu dieser Zeit, zu den leistungsstärksten und modernsten in Europa.

1972 Der Förderturm des Zieglmeierschachtes wird gesprengt.
Was ist vom Bergbau geblieben?
Einige der Bergwerksgebäude auf dem ehemaligen Schachtgelände sind noch erhalten und werden von verschiedenen Firmen genutzt. Stand 2007.
Das Kraftwerk wurde von der PKG weitergeführt und produziert nun Fernwärme.
Am ehemaligen Tiefstollengelände entstand das, 1988 eingeweihte, Bergbaumuseum.
Der Stollenweg, beginnend am Bergbau-Museum.
Der Sulzerstollen, von ehemaligen Bergleuten aufgewältigt, ist auf eine Länge von 200m befahrbar.

Öffnungszeiten: Von Mai bis Oktober, jeweils am letzten Sonntag im Monat, 14:00-15:00 Uhr.
Eintritt frei.
Der Mittelstollen (Hohenpeissenberger Flur) ebenfalls auf eine Länge von 200m aufgewältigt.

Öffnungszeiten: Von Mai bis Oktober, jeweils am letzten Sonntag im Monat, 14:00-15:00 Uhr.
Eintritt frei.
Die ehemalige Bergehalde ist, nach der Wiederbegrünung, ein beliebtes Naherholungsgebiet der Peissenberger.
Die Knappengedächtniskapelle auf der ehemaligen Berghalde.
Der Knappenverein-Peissenberg e.V. der die Tradition des Bergbaus in Peissenberg weiterhin pflegt.
Quellen:
- Peissenberger Heimatlexikon, von Max Biller
- Lehrpfad Bergbau-Geologie-Landschaft am Hohen Peissenberg, von Josef Heinlein u.
Ludwig Stippel.
- Peissenberger Jahreschronik „Der Bergbau im bayerischen Alpenvorland und sein
Niederschlag auf die Heraldik von Ortswappen“ von Ludwig Stippel.
- Bergbaumuseum Peissenberg
- Hundert Jahre Kohlenbergwerk Peißenberg. Bay.-Berg-Hütten-und Salzwerke 1837- 1937.

Bilder:
Rudolf Hochenauer, Josef Grund, Thomas Weinfurtner, Archiv Bergbaumuseum Peissenberg
Bearbeitung: Thomas Weinfurtner.

Dank an:
Luwig Stippel, Konrad Fünfgelder, Franz Fischer und an die Leitung des Bergbaumuseums Peissenberg.