Chronologie des Peitinger Bergbaus

Wappenbeschreibung, Heraldik
Bergbaugeschichte Peiting Ausdruck als PDF-Datei
Um 1580
Thomas Schleich aus Ramsau (ein Weiler bei Peiting) entdeckt die Kohlenflöze in der Ammerleite
Bis 1593 lässt Herzog Wilhelm V. bei Peutingen (Peiting) Kohle brechen.
1594 Den Augsburger Geschäftsleuten Hans Maier und Georg Stange erteilt der Herzog Wilhelm V. die Erlaubnis „in unserem Land vor und in den Gepürgen auf Stainkoln zu pauen“.
Nach einem Waldbrand, der durch die Peitinger Kalköfen entfacht wurde, wird Maier/Stange das Privileg auf Kohleabbau, Anfang des 17. Jahrhunderts wieder entzogen.
Um 1650 Die Haslacher Bauer, Heinrich Mader und Heinrich Schmid brechen am „Weidenschoren“, Kohle und verkaufen den Metzen (1 bayerischer Metzen = 35 Liter), für 14 Kreuzer gewinnbringend nach Augsburg. Gesamtförderung 7601 Metzen. Die Haslacher Bauern sterben um das Jahr 1660 aus, angeblich, als reiche Leute.
Um 1790 Josef Utzschneider aus Rieden (Staffelsee) sucht, zusammen mit dem letzten
Steingadener Abt, Gilbert Michl, bei Hirschau, am Peitinger Schnaitberg und beim
Bruckerhof am Lech nach Kohle.
1856 Werden am „Bühlach“, einen teritiärer Hügel östlich von Peiting, Kohleflöze festgestellt.
1857 Erste Förderung am „Bühlach“. Die geförderte Kohle wird per Floß, auf dem Lech, zum Verkauf, nach Augsburg Transportiert.
1873 Der Grubenverwalter Ferdinand Reber lässt am Bühlach Schürfarbeiten aufnehmen. Noch im selben Jahr wird der Bühlachstollen angeschlagen.
1882 Wird der Abbau im, unrentablen, Bühlachstollen wieder eingestellt.
1912 Bei Tiefbohrungen werden abbauwürdige Flöze festgestellt.
1913 Provisorische Förderung in Versuchsstollen (Ost- u. Südstollen) am Bühlach.
Die Förderung wird 1921 wieder eingestellt.

Die Kohleförderung betrug
im Jahre 1919 ca. 87 t
im Jahre 1920 ca. 6687 t
im Jahre 1921 ca. 11435 t
1917 Die Bahnlinie Peissenberg – Schongau wird am 11. Januar in Betrieb genommen.
Brückenbau über den Eierbach, Eisenbahnlinie Peissenberg-Schongau.
1920 Beginn der Abteufarbeiten für den Förderschacht.
Schachtanlage Peiting 1922
1922 Beginn der Kohleförderung aus der 2. Sohle (236m unter Gelände)
1925 Erstmals Kohleförderung über 100 000 t pro Jahr
1934 Weiteres Abteufen des Förderschachtes zur 5. Sohle (516m unter Gelände).
1951 Erfolgt der Durchschlag der Strecke Peissenberg-Peiting.
Jahresförderung über 230 000 t mit 890 Beschäftigten
Kohlegewinnung mit dem Preßlufthammer im Westfeld.
1953 Abteufen des Förderschachtes zur 6. Sohle (770m unter Gelände),
Endteufe des Schachtes 813 m unter Gelände.
Abteufmannschaft 1953
1957 Höchster Belegschaftsstand: 929 Beschäftigte
1958 Die Arbeiten zur Vergrößerung des Mannschaftbades werden im Oktober beendet.
Mannschaftsbad Peiting
Nach tagelangen Regenfällen kommt es zu einem Bergrutsch an der Halde. Die
Lokomotive stürzt ab.

Absturz der Peitinger Bergelokomotive. Die Lokomotive ist im Bergbaumuseum Peissenberg zu besichtigen. Foto undatiert.

1960 Mechanisierung der Kohlegewinnung durch Einsatz von
Panzerförderern und Kohlehobel.
Reisshakenhobelbau in 6m3, Flöz 23, 4.10.1960.
1961 Höchste Jahresförderung über 300 000 t Kohle

Reisshakenhobelbau in 6m3, Flöz 23, 4.10.1960, Peiting.

1968 Einstellung der Kohleförderung und Schließung der Schachtanlage Peiting.

Schachtanlage Peiting.

1973 Am 25. Juli wird der Förderturm gesprengt. Er wurde wie auch die Schachthalle nicht in Stahl, wie damals üblich, sondern in Stahlbeton errichtet. Der Peitinger Förderturm war der erste Eisenbetonförderturm mit Schrägstreben in Deutschland.
Sprengung des Förderturms am 25.07.1973
1992 Das letzte Wahrzeichen des Bergbaues in Peiting, der Kamin, 70 m hoch mit einer lichten Weite von 2,40 m, erbaut 1922, wird am 8. Januar um 13:45 Uhr gesprengt.
Sprengung des Bergbaukamins.
Was ist vom Bergbau geblieben?
Das „Museum im Klösterle“ erinnert mit einer Ausstellung an die Peitinger Bergbauzeit.
Der 12km lange Bergbauweg führt in 13 Stationen durch die Geschichte des Peitinger Bergbaus.
Das Bergmannsdenkmal am Hauptplatz.
Von Bildhauer Professor Fritz Koelle (Augsburg).
Am Rathausplatz steht der Barbarabrunnen von Bildhauer Ernst Wirtl aus Peiting.
Im Bereich der Weitfilzbrücke an der B 472 wurde 1996 bei Aushubarbeiten ein
Kohleflöz freigelegt. Das Geotop wurde vom Strassenbauamt Weilheim eingehaust und ehemalige Bergleute bauten, ehrenamtlich, die Einhausung bergmännisch aus.
Auf dem ehemaligen Zechengelände haben sich verschiedene Firmen angesiedelt.
Die Zechenschenke ist nach wie vor bewirtschaftet.
Die Knappschaftskapelle, zugleich Trachtenkapelle u. Trommlerzug.
Die Barbarafigur in der Kirche St. Michael, von Johann Pölland aus Schongau um 1690.
Die Barbarafigur in der Wallfahrtskirche Maria Egg ebenfalls um 1690.
Quellen:
- Ortschronik von Peiting, von Karl Fliegauf
- Peitinger Heimatfreund, von Karl Fliegauf
- Zur Geschichte des Kohlenbergbaus in Peiting, von Dr. Sigfrid Hofman.
- Hundert Jahre Kohlenbergwerk Peißenberg. Bay. – Berg – Hütten - und Salzwerke 1837-1937.

Bilder:
Peitinger Kultur- und Naturmuseum im Klösterle e.V.
Knappschafts- und Trachtenkapelle Peiting.

Bearbeitung: Herwig Ludwig, Heinz Buchmaier, Thomas Weinfurtner.

Dank an:
Den Trägerverein Peitinger Kultur- und Naturmuseum im Klösterle e. V.
Die Knappschafts- und Trachtenkapelle Peiting, Herr Sebastian Brennauer.