Chronologie des Penzberger Bergbaus

Wappenbeschreibung, Heraldik
Bergbaugeschichte Penzberg Ausdruck als PDF-Datei
1557 Erste Erwähnung einer Kohlengräberei im Benediktbeurer Distrikt. Die Penzberger Flur gehörte damals zu dreiviertel dem Kloster.
1756
In den Benediktbeurer Klosteraufzeichnungen wird wieder eine „Stainkohln Zeche“ am Spensberg erwähnt.
1785 Streit der kurfürstlichen Hofkammer zu München mit dem Kloster Benediktbeuern um die Abbaurechte der Karl-Theodor-Zeche am Spensberg.
1792 Der bayerische Berg- und Münzrat Mathias Flurl berichtet in seinem Buch „Beschreibung der Gebirge von Baiern“ ausführlich über das Kohlenvorkommen „bey Spensberg“.

Matthias Flurl
1796 1796 Am 30. März wird die „Karl-Theodor-Zeche" der neu gegründeten
„Oberländischen Steinkohlengewerkschaft“ übergeben.
1806 Absatzschwierigkeiten wegen hoher Transportkosten bedingen die Auflösung der Gewerkschaft.
1817 Die Idee des Münchner Bankiers Bernhard Freiherr von Eichthal, Kohle für die Müchner Gasbeleuchtung zu vergasen, bringt die Penzberger Kohle wieder in den Mittelpunkt des Interesses.
1828 Der neue Besitzer, Bernhard Freiherr von Eichthal, lässt den „Tiefen Stollen“ (Wasserstollen) am Säubachufer auffahren. Damit werden vier bauwürdige Flöze der Penzberger Mulde erschlossen.

Der Wasserstollen, Foto Michael Mayr
1836 Nach dem Tode von Bernhard von Eichthal übernimmt dessen
Bruder Simon von Eichthal den Grubenbetrieb.

1840 Der Karl-Schacht wird auf 99 m Tiefe abgeteuft.
Er wird 1874 aufgelassen.

1850 Simons Sohn Karl erhält das Privileg auf Kohleabbau für das Gebiet zwischen Isar und der alten Salzstrasse Murnau-München auf 50 Jahre. Weitere Flöze werden erschlossen.
1851 Der Isabellenschacht (aufgelassen 1902) wird abgeteuft. Er erreicht eine Tiefe von 196 m.
1865 Am 16. Oktober erhält Penzberg einen Bahnanschluß. Die gewonnene Kohle kann nun günstig abtransportiert werden.
1869 Das Eichthal’sche Privilegiumsfeld fusioniert mit der Grube „Priviligierten Miesbacher Steinkohlengewerkschaft“.
1870 Die „Oberbayerische Aktiengesellschaft für Kohlenbergbau“ wird gegründet. Die „Oberkohle“ sollte nun die Entwicklung Penzbergs in den nächsten 96 Jahren massgeblich beeinflussen.
1871 Bergwerk läßt ab 1871 Wohnhäuser für die Beschäftigten erbauen, die Arbeiterkolonie entsteht.
1874 Beginn der Abteufarbeiten des Herzog-Karl-Theodor-Schacht. Der Schacht erreicht eine Teufe von 192 m, geht 1937 zu Bruch und wird aufgelassen.
1885 Auffahrung eines 4300 m langen Hauptquerschlages nach Norden, auf der 1. Tiefbausohle ( 200 m ), zur Erschließung der großen Nonnenwaldmulde.
1891 Der Henle-Schacht wird abgeteuft. Er erreicht eine Teufe von 424 m und wird 1934 aufgelassen.
1910 Für den Abtransport des anfallenden Nebengesteines, den Bergen, wird eine 1340 m lange Hochseilbahn in das östlich angrenzende Moorgelände gebaut. Bis 1955 werden damit die sog. „Penzberger Dolomiten“ aufgeschüttet.
1918 Als letzter und leistungsfähigster Schacht wird im Südflügel der Nonnenwaldmulde der Nonnenwaldschacht abgeteuft. Er erreicht eine Teufe von 684 m und wird 1966 aufgelassen.
1923 Zum Transport der Rohkohle vom Nonnenwaldschacht zur Aufbereitung in Penzberg wird eine Hochseilbahn gebaut. Sie wird 1956 durch eine Normalspur-Eisenbahn abgelöst.
1951 Das Bundesbahnkraftwerk verbraucht ca. 35 % der verwertbaren Förderung vor Ort.
1956 Die ganze Schachtanlage wird Über- und Untertage modernisiert und auf den neuesten technischen Stand gebracht.
1964 Das Penzberger Bergwerk ist voll mechanisiert. Vier Reißhakenhobelanlagen erbringen eine tägliche Rohförderung von 5000 t. Die Untertageleistung liegt bei 6,3 t / MS, der verwertbare Anteil bei 2,5 t / MS.
1966 Am 30. September wird im Nonnenwaldschacht die letzte Schicht verfahren und das Bergwerk Penzberg stillgelegt.
1972 Der Förderturm des Schachtes wird gesprengt und die übrigen Werksgebäude werden abgebrochen.
Was ist vom Bergbau geblieben?
Der ehemalige Berghaufen ( die Halde ) wurde rekultiviert und in ein Freizeit- und Naherholungsgelände umgewandelt.
Die Barbarakapelle wurde von den Jungrittern ( ehemaligen Bergleuten ) zum Andenken an ihre verstorbenen Kameraden errichtet.
Das Seilbahndenkmal erinnert an die beiden, von 1910 bis 1954, bestehenden
Bergeseilbahnen.
Die liegende Seilscheibe in der Straßeninsel „Grube“ mit den sechs Steinsockeln erinnert an die Penzberger Schächte.
Das alte Direktorhaus, z. Zt. Villa Kunterbunt, war bis 1947 das Wohnhaus der Penz-berger Bergwerksdirektoren.
Das Bergboggerl, die kleine Dampflokomotive, in der Straßengabelung, war vor den Bergseilbahnen für den Bergeabtransport zuständig.
Ein Bergbaurundweg führt auf rd. 2,5 km Länge zu einigen ehemaligen, leider nicht mehr vorhandenen, Bergwerksanlagen ( in Vorbereitung ).
Vor der Realschule steht ein großer Förderwagen ( Hunt ). Er war für den Transport der Rohkohle von der Zentralladestelle zum Schacht auf der 5. Sohle eingesetzt.
Drei kleine Hunte ( Förderwagen ) stehen an drei Einfallstraßen nach Penzberg und weisen auf das ehemalige Bergwerk hin.
Das Bergwerksmuseum ist im Untergeschoß der Realschule untergebracht. Dort wird die Geschichte des Penzberger Bergwerkes ausführlich dargestellt.
Der Bergknappenverein Penzberg e.V. hat das Bergwerksmuseum eingerichtet, unterhält es und bewahrt die bergmännische Tradition in der Stadt Penzberg.

Nachwuchs des Berknappenverein Penzberg e.V.
Quellen:
Dank an: Michael Mayr, Heinz Mehltretter und an den „Bergknappenverein Penzberg e.V.“